Pressebericht/ Weihnachtskonzert 2010
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RINTELN Rinteln. Draußen wird es immer dunkler, nasser, kälter,
doch im Brückentorsaal, da ist's Weihnachten - oder zumindest das,
was man in der Schlagerszene dafür hält. Wieder hat die "volkstümliche
Weihnachts-Gala" gestern Nachmittag für einen proppenvollen
Saal gesorgt, auf Einladung der Weserspatzen kam alles in die Stadt,
was im norddeutschen Raum der Volkstümlichkeit Rang und Namen hat:
das Vorzeige-Schlager-Ehepaar Judith und Mel, die fröhliche Ostfriesin
Sonja Christin, als Moderator und Sänger Jan Willem. Das Publikum - es braucht wohl nicht gesagt werden - war von Anfang an mit dabei, schon allein für die Ankündigung der Namen der Schlagerstars gab es Ahs und Ohs und viel Applaus - und Ausrufe des Bedauerns, als Jan Willem verkünden musste, dass der dreifache "Goldene Stimmgabel"-Gewinner Chris Roberts erkrankt war. Mit stürmischem Applaus begrüßten die Gäste allerdings den Ersatz: Tommy Steiner, unvergessener Sänger der "Fischer von San Juan", der selber behauptet, für den Schlager "zeitgemäße, hörbare Lösungen" gefunden zu haben. Ans Herz ging's bei den Weserspatzen in Begleitung von Viktor Pidpalyy, winterlich wurde mit dem Oberkrainer Sextett aus Slowenien. Das entführte die Zuhörer - immer passend unterstützt von der hinter den Musikern platzierten Videoleinwand - auf eine "schneebedeckte Alm" und zu "zugefrorenen Seen". Panflötist Edward Simoni schaffte es hingegen, "Freude schöner Götter Funken" mal wie ein Weihnachtslied, mal wie einen Discofox-Klassiker klingen zu lassen. Jan Willem, lange kein Unbekannter mehr in Rinteln, verbrüderte sich gleich mit dem Publikum ("Na, du warst doch letztes Jahr schon hier, oder?") und sorgte für selbst ernannte "Schweinereien", als er Roger Whitakers "Wenn es dich noch gibt" kurzerhand für einen Körperteil sang, den er wegen seines Körperumfangs lange nicht mehr gesehen habe. Passend zu den glitzernden Weihnachtsbäumen auf der Bühne trat Sonja Christin auf, die mit Kleid und Schmuck um die Wette funkelte und zwischen den Liedern nicht vergaß, von ihrem neuen Management und von ihrer achtjährigen Tochter zu erzählen, die just den Nachwuchspreis der "Krone der Volksmusik" gewonnen hat. Unumstrittener Höhepunkt des Konzerts: Judith und Mel. Auch wenn Letzterer von seinem ersten Profiauftritt im Rintelner "Felsenkeller" erzählte und die Protestrufe schlicht weglächelte - um sich hinterher zu entschuldigen und einzugestehen, dass es sich doch um Hameln gehandelt haben musste. Doch das selbst ernannte "Heimatduo" sorgte mit ihren Liedern genauso wie mit kleinen Schäkereien und Komplimenten ans Publikum für wahre Euphorie - und ab und zu auch für Rührungstränen - im Saal. In der Pause: lange Schlangen vor den Tischen der sich im Dauereinsatz befindlichen Musiker, Autogramme, Fotos und CDs werden ergattert, vor der Damentoilette ist Zeit für erste Zwischenresümees: "Es ist sehr laut, findest du nicht?" - "Aber schön ist es." - "Ja, richtig schön." Und wer denkt, die Besucher eines volkstümlichen Konzerts lebten in einer flauschig-glitzernden Traumwelt, der irrt, denn Zeit für echten Pragmatismus bleibt: Um den Damen die lange Wartezeit vor der Toilette zu ersparen, laden gut gelaunte Herren auf die ihrige ein: "Wir werden Ihnen schon nichts klauen!" Die Antwort: "Na dann los! Wir hatten alle schon Männer und wissen, was uns erwartet." Zum Schluss singen alle a Kapella "O du fröhliche":
die Weserspatzen mit Viktor Pidpalyy (r.) sowie Sonja Christin (v.l.),
Judith und Mel, Edward Simoni und Tommy Steiner. Weitere Bilder finden
Sie im Internet auf unserer Startseite, dort unter "Lokales"
und "Bildergalerien". Fotos: tol Presseartikel aus der Schaumburger Zeitung
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